Es gibt Tage, da habe ich einfach kein Bock zu funktionieren

Da hätte ich Zeit Dinge zu erledigen.

Da hätte ich Zeit mich um alles mögliche zu kümmern.

 

Aber in dem Moment breche ich aus aus dem Funktionieren-Modus. In dem Moment mache ich entweder etwas, auf dass ich Lust habe. Oder ich hänge im schlechten Gewissen fest. Ich sitze also vor mich hin und drehe in Gedanken die Runden: dies und jenes müsste heute dringend getan werden…ja schön, aber ich will auch Mal nichts tun, was gerade unbedingt getan werden muss…ich will jetzt einfach nicht funktionieren…wie wäre es wenn ich jetzt einfach nur lese?…Oder einfach nur schlafe?….Aber dann bin ich ja gar nicht produktiv. Und ich hätte doch jetzt die Zeit um produktiv zu sein….

 

Und das sind die Momente, in denen mir bewusst wird: Ich brauche mehr Gefühl von Freiheit in meinem Leben. Mehr Raum um einfach zu tun worauf ich Lust habe!

 

Heute ist so ein Tag: Ich bin heute Morgen um 6.15 Uhr aufgestanden, um mich und beide Kinder fertig zu machen. Um 8.00 Uhr war Kind eins in der Betreuung, um 8.15 Uhr Kind zwei. Um 8.30 Uhr habe ich eine Session Qi Gong gemacht um als erstes etwas für mich zu tun. Dann wollte ich – nach 4 ungeduschten Tagen – in Ruhe duschen und meine Haare waschen, bevor ich mich meiner Selbstständigkeit widme – und/oder allem anderen, was so erledigt werden müsste (Haushalt zum Beispiel). Blöd nur, dass die Tagesmutter um 9.00 Uhr anrief, dass ich doch bitte meine Tochter abholen solle. Ihr läuft dauernd die Nase und sie hat ein röchelnden Husten. Soweit so gut. Erstmal also keine Zeit um etwas zu erledigen.

Um 12.00 Uhr habe ich aber nun meine Tochter im Mittagsschlaf und könnte diese Zeit nun nutzen, um diverses zu erledigen: Längst überfällige Emails, Mittagessens Zeug wegräumen, den neuen Klodeckel endlich am Klo anbringen,…

Hab ich aber in dem Moment einfach kein Bock drauf – oder keine Energie dafür? Jedenfalls bleibe ich einfach neben meiner schlafenden Tochter liegen und lese ein bisschen in Judith Holofernes Buch „Die Träume anderer Leute“ und fühle mich durch ihre Worte ein wenig gesehen.

 

Und dann wird mir bewusst, wie sehr es eine Strategie meiner Selbst ist, durch das einfach liegen bleiben Freiheit zu gewinnen statt zu funktionieren.

Diesen Gedanken schreibe ich mit diesen Zeilen schnell runter, um ihn zum einen zu Teilen und zum anderen selbst nicht wieder zu verlieren. Sondern stattdessen darüber nachzudenken, wie ich es schaffen kann mir zukünftig wieder ein größeres Freiheitsgefühl zu schaffen im Alltag. Im unberechenbaren, unplanbaren Alltag mit zwei Kleinkindern.

 

Wie verschaffst Du Dir Freiheitsmomente im Alltag? Teile es gerne in den Kommentaren mit mir! Ich bin gespannt!

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